Gewinn für alle Beteiligten

Flüchtlinge und Zimmer-Azubis machen 30 alte Drahtesel für Rheinauer Asylbewerber wieder flott

11.05.2016 

Rheinau-Freistett.

Die Belegschaft der Freistetter Zimmer Group hatte im Vorfeld der Aktion 30 Fahrräder in verschiedenen Größen auf Initiative der Azubis gesammelt und die nötigen Ersatzteile in Form einer Spende bereitgestellt. So konnte am Samstag gleich mit den Reparaturarbeiten begonnen werden. Die 13 Azubis – Industriemechaniker David Reichmann, Janik Richter, Selina Günther, Jan Wichert, Mara Weislogel, Pascal Sturges, Felix Weingartner, Simon Decker, Marius Tencic, Jannik Enderle, Mechatroniker Marius Bär und Fachinformatiker Darius Friedmann – arbeiteten immer paarweise mit den Flüchtlingen zusammen.

Gut verständigt

Zuerst wurden die Räder mit Hochdruckreiniger gesäubert. Danach ging es an Licht- und Schaltanlagen, Bremsen, Reflektoren, Klingeln, Reifenwechsel und was sonst noch alles zu machen war. Am Ende stand eine Probefahrt an. „Trotz Kommunikationsschwierigkeiten, da die Flüchtlinge das Mechaniker-Deutsch nicht als Erstes lernen, hat die Verständigung super geklappt“, freute sich Jannik Enderle, Industriemechaniker im zweiten Lehrjahr.“ Die Flüchtlinge wussten auch ohne viele Worte sofort, was zu tun war, und haben selbstständig die Räder repariert“, erklärte er. Viel Hilfestellung sei nicht notwendig gewesen, und was auf Deutsch noch nicht klappte, sei in Englisch besprochen worden. Wirtschaftsingenieur Jonas Zimmer, der die Aktion mit Luca Langenbacher organisierte und betreute freute sich, dass sich so viele ihrer Azubis zum Helfen angeboten hatten. Auch die Flüchtlinge seien sehr engagiert dabei, lobte er.

 „Ein Gewinn für alle Beteiligten“, freute sich Andrea Hauser vom Helferkreis, die mit erleben, wie harmonisch das Miteinander ablief, wie einander geholfen und miteinander geredet wurde. „ Es sind viele intensive Gespräche entstanden“, sagte sie. Mit Rat und Tat standen auch die Fachmänner Daniel Kist, der neben seiner Tätigkeit im Bereich IT schon in Fahrradgeschäften auf der ganzen Welt geschraubt hatte, und Hans Frei, dessen Vater früher eine Fahrradreparaturwerkstatt hatte, in der er oft mitgearbeitet hatte, zur Seite. Hans Frei hat bereits im Vorfeld über 20 Räder für die Stadt Rheinau ehrenamtlich verkehrstüchtig gemacht und ist jetzt im Helferkreis Rheinau für die Arbeitsgruppe Fahrräder zuständig.

„Fahrräder sind leicht zu reparieren“, lachte Mohamad Nozari, Koch aus dem Iran, der momentan für sechs Monate in Offenburg den Kurs „fit for work“ in der Metallverarbeitung besucht. Auch der 13-jährige Luka und sein 15-jähriger Bruder Nikoloz waren mit ihrem Vater, KFZ-Mechaniker Zurab Barnabischwili, mit von der Partie und hatten viel Spaß dabei. Die Familie stammt aus Georgien. Weiter waren Schmied Ali Nohidi, Kurde Salah Faraji, Elektriker und Bäcker, Zweiradmechaniker Paria Bohrami  Zade, alle drei aus dem Iran, Arbeiter Nasir Husseini, Afghane aus dem Irak, Taxifahrer Jargul Alehel und Busfahrer Alif Khan aus Afghanistan sowie der Syrer Mahmoud Albenny, der als Heizungsmechniker und Klimaanlagenbauer einen eigenen Betrieb mit sechs Angestellten hatte, tatkräftig dabei.

Die Räder gehen an die Stadt Rheinau, damit diese sie mit Fahrradpass an Flüchtlinge, die die Fahrradprüfung bestanden haben, weitergeben kann. Nach der Arbeit klang der Mittag bei einem gemütlichen Grillen, zu dem, Zimmer alle Beteiligten einlud, aus.

Frau Ellen Matzat - Mittelbadische Presse